Gebrauchsinformation: Information für Anwender
Cipramil 40 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Citalopram
Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.
- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.
- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
1. WAS IST CIPRAMIL UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?
Was ist Cipramil?
Cipramil ist ein Antidepressivum auf Grundlage des Wirkstoffs Citalopram und gehört zur Gruppe der sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI).
Alle Menschen haben eine Substanz im Gehirn, die Serotonin genannt wird. Menschen, die depressiv sind, haben einen niedrigeren Serotoninspiegel als andere. Cipramil und andere SSRI wirken auf das Serotoninsystem im Gehirn und helfen, indem sie den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen.
Wofür wird Cipramil angewendet?
Cipramil enthält Citalopram und wird zur Behandlung von depressiven Episoden angewendet.
Ihr Arzt kann Cipramil aber auch mit einer anderen Absicht verschrieben haben. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich nicht sicher sind, aus welchem Grund Ihnen Cipramil verschrieben wurde.
2. WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON CIPRAMIL BEACHTEN?
Cipramil darf nicht angewendet werden,
- wenn Sie allergisch gegen Citalopram oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
- wenn Sie eine andere Gruppe von Arzneimitteln gegen Depression einnehmen, die sogenannten nicht-selektiven Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), darunter Phenelzin, Iproniazid, Isocarboxazid, Nialamid, Tranylcypromin, Moclobemid (zur Behandlung von Depression) und Linezolid (ein Antibiotikum). Wenn Sie eines dieser Arzneimittel eingenommen haben, müssen Sie 14 Tage warten, bevor Sie mit einer Behandlung mit Cipramil beginnen. Nach der Einnahme von Moclobemid müssen Sie einen Tag warten, bevor Sie mit Cipramil beginnen.
Nach der Beendigung der Behandlung mit Cipramil müssen Sie 7 Tage warten, bevor Sie irgendeines dieser Arzneimittel einnehmen dürfen.
- wenn Sie in der Vergangenheit bereits an Herzrhythmusstörungen gelitten haben, eventuell angeboren. Diese Herzrhythmusstörungen werden auf einem EKG (Elektrokardiogramm, eine Untersuchung der Herzfunktion) festgestellt.
- wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder Arzneimittel einnehmen, die den Herzrhythmus beeinflussen können (siehe Abschnitt „Anwendung von Cipramil zusammen mit anderen Arzneimitteln“).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt über jedes Leiden oder jede Erkrankung, die Sie haben, da er diese berücksichtigen muss. Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere,
- wenn Sie Perioden von Manie oder Panikattacken haben. Manche Patienten mit einer bipolaren Erkrankung können in eine manische Phase kommen. Dies ist durch häufige und schnelle Veränderungen im Denken, übertriebene Fröhlichkeit und übermäßige körperliche Aktivität gekennzeichnet. In diesem Fall ist es wichtig, Ihren Arzt um Rat zu fragen.
- wenn Sie eine Leber- oder Nierenerkrankung haben. Ihr Arzt wird Ihre Dosis möglicherweise anpassen müssen.
- wenn Sie an Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden. Cipramil kann Einfluss auf Ihren Blutzuckerspiegel haben. Eine Anpassung Ihrer Diabetesbehandlung (Insulin oder Tabletten) kann hier erforderlich sein.
- wenn Sie an Epilepsie leiden. Wenn Sie Krampfanfälle bekommen oder die Krampfanfälle zunehmen, muss die Behandlung mit Cipramil beendet werden (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
- wenn Sie eine Erkrankung haben, die mit Blutungen einhergeht, oder wenn Sie schwanger sind (siehe Abschnitt „Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“).
- wenn die Menge an bestimmten Mineralstoffen (Natrium, Kalium, Magnesium) in Ihrem Blut zu niedrig ist.
- wenn Sie mit Elektroschocks behandelt werden.
- wenn Sie bestimmte Herzrhythmusstörungen haben. Diese können angeboren sein oder spontan auftreten.
- wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden oder kürzlich einen Herzinfarkt gehabt haben.
- wenn Sie im Ruhezustand einen niedrigen Herzrhythmus haben oder wenn Sie wissen, dass Sie infolge von Durchfall oder Erbrechen oder durch die Anwendung von Arzneimitteln zur Steigerung der Wasserausscheidung (Diuretika) an einem Mineralstoffmangel leiden.
- wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken: schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmacht, Bewusstlosigkeit oder Schwindel beim Aufstehen. Diese Symptome können auf einen anormalen Herzrhythmus hinweisen.
- wenn Sie Probleme mit den Augen haben oder in der Vergangenheit hatten, wie bestimmte Formen eines Glaukoms (erhöhter Augeninnendruck).
- wenn Sie noch andere Arzneimittel einnehmen. Lesen Sie bitte auch den Abschnitt „Anwendung von Cipramil zusammen mit anderen Arzneimitteln“.
Symptome wie Ruhelosigkeit oder schwer still sitzen oder stehen zu können (Akathisie), können während der ersten Wochen der Behandlung auftreten. Wenden Sie sich in diesem Fall sofort an Ihren Arzt.
Arzneimittel wie Cipramil (so genannte SSRI/SNRI) können Symptome einer sexuellen Funktionsstörung verursachen (siehe Abschnitt 4). In bestimmten Fällen blieben diese Symptome nach Beendigung der Behandlung bestehen.
Suizidgedanken und Verschlimmerung Ihrer Depression oder Angststörung
Wenn Sie deprimiert sind oder Angststörungen haben, denken Sie vielleicht manchmal daran, sich etwas anzutun oder sich das Leben zu nehmen. Diese Gedanken können bei der ersten Einnahme von Antidepressiva stärker werden, da diese Arzneimittel erst nach einiger Zeit zu wirken beginnen, normalerweise nach etwa zwei Wochen, manchmal aber erst später.
Diese Gedanken treten bei Ihnen mit größerer Wahrscheinlichkeit auf,
- wenn Sie schon in der Vergangenheit daran dachten, sich etwas anzutun oder sich das Leben zu nehmen.
- wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Informationen aus klinischen Studien haben ein erhöhtes Risiko bei Erwachsenen unter 25 Jahren mit psychischen Problemen gezeigt, die mit einem Antidepressivum behandelt wurden.
Wenn Sie ständig daran denken, sich etwas anzutun oder sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder das nächste Krankenhaus. Sie finden es vielleicht hilfreich, mit einem Verwandten oder engen Freund über Ihre Depression oder Angststörung zu sprechen, und können diese Person ersuchen, diese Gebrauchsinformation zu lesen. Sie können sie auch ersuchen, Sie darauf aufmerksam zu machen, wenn Ihre Depression oder Angst schlimmer wird oder wenn sie sich um Veränderungen in Ihrem Verhalten sorgt.
Kinder und Jugendliche
Cipramil darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Patienten unter 18 Jahren haben ein erhöhtes Risiko auf Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit (insbesondere Aggressivität, widerspenstiges Verhalten und Wutausbrüche), wenn sie mit Arzneimitteln dieser Arzneimittelklasse behandelt werden. Ungeachtet dessen kann Ihr Arzt Patienten unter 18 Jahren Cipramil verschreiben, weil das im Interesse des Patienten ist. Wenn Ihr Arzt einem Patienten unter 18 Jahren Cipramil verschrieben hat und Sie darüber sprechen wollen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Wenn sich bei Patienten unter 18 Jahren bei Einnahme von Cipramil eines der oben genannten Symptome entwickelt oder verschlimmert, informieren Sie bitte Ihren Arzt darüber. Angaben zur langfristigen Sicherheit von Cipramil in Bezug auf Wachstum, Entwicklung und kognitive und Verhaltensentwicklung liegen für diese Altersgruppe nicht vor.
Besondere Informationen in Bezug auf Ihre Erkrankung
Wie bei anderen Arzneimitteln gegen Depression oder verwandte Erkrankungen wird eine Besserung Ihres Zustands nicht sofort erreicht. Nach dem Beginn der Behandlung kann es mehrere Wochen dauern, bis Sie eine Besserung feststellen.
Zu Beginn können manche Patienten eine verstärkte Angst fühlen, die bei Fortsetzen der Behandlung von selbst verschwinden wird. Daher ist es wichtig, dass Sie die Anweisungen Ihres Arztes genau einhalten. Brechen Sie die Behandlung nicht ab und ändern Sie die Dosis nicht, ohne mit Ihrem Arzt zu sprechen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Cipramil anwenden.
Anwendung von Cipramil zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.
Manche Arzneimittel können ihre Wirkung gegenseitig beeinflussen, was manchmal schwere Nebenwirkungen verursachen kann.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen.
- MAO-Hemmer (eine andere Gruppe von Arzneimitteln gegen Depression oder das Parkinson-Syndrom), darunter Phenelzin, Iproniazid, Isocarboxazid, Nialamid, Tranylcypromin, Linezolid (ein Antibiotikum) und Moclobemid. Wenn Sie eines dieser Arzneimittel eingenommen haben, müssen Sie 14 Tage warten, bevor Sie mit einer Behandlung mit Cipramil beginnen. Nach der Einnahme von Moclobemid müssen Sie einen Tag warten, bevor Sie mit Cipramil beginnen. Nach der Beendigung der Behandlung mit Cipramil müssen Sie 7 Tage warten, bevor Sie irgendeines dieser Arzneimittel einnehmen dürfen.
- Arzneimittel, die Selegilin (irreversibler MAO-B-Hemmer) enthalten, da das Risiko auf Nebenwirkungen steigt. Die Dosis Selegilin darf nicht mehr als 10 mg täglich betragen. Selegilin wird bei der Behandlung des Parkinson-Syndroms angewendet.
- Lithium (zur Vorbeugung und Behandlung von bipolaren Störungen) und Tryptophan.
- Imipramin und Desipramin (beide zur Behandlung von Depression).
- Metoprolol (zur Behandlung von Bluthochdruck und/oder Herzerkrankungen). Der Metroprololgehalt im Blut kann steigen, aber eine verstärkte Wirkung oder Nebenwirkungen von Metoprolol wurden nicht nachgewiesen.
- Sumatriptan und ähnliche Arzneimittel (gegen Migräne), Tramadol und ähnliche Arzneimittel (Opioide, starkes Schmerzmittel) erhöhen das Risiko auf Nebenwirkungen. Sollten Sie bei Anwendung dieser Kombination unübliche Symptome feststellen, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
- Cimetidin, Lansopraxol und Omeprazol (zur Behandlung von Magengeschwüren), Fluconazol (zur Behandlung von Pilzinfektionen), Fluvoxamin (Antidepressivum) und Ticlopidin (zur Reduzierung des Schlaganfallrisikos). Diese können einen Anstieg der Konzentration von Citalopram im Blut verursachen.
- Alle Arzneimittel, die die Blutgerinnung beeinflussen, sowohl als Wirkung als auch als Nebenwirkung (wie bestimmte Antipsychotika, Acetylsalicylsäure (als Schmerzmittel), nichtsteroidale Antirheumatika (bei Arthritis), Ticlopidin und Dipyridamol); diese können ein leicht erhöhtes Risiko auf Blutungen verursachen.
- Johanniskraut (Hypericum perforatum - ein pflanzliches Präparat gegen depressive Stimmung); das Risiko auf Nebenwirkungen kann steigen, wenn Sie Cipramil gleichzeitig mit pflanzlichen Präparaten anwenden, die Johanniskraut enthalten.
- Mefloquin (zur Behandlung von Malaria), Bupropion (zur Behandlung von Depression) und Tramadol (zur Behandlung von starken Schmerzen), da diese das Risiko auf Konvulsionen erhöhen können.
- Neuroleptika (zur Behandlung von Schizophrenie, Wahnvorstellungen), da diese das Risiko auf Konvulsionen erhöhen können, und Antidepressiva.
- Wenden Sie Cipramil nicht an, wenn Sie Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder Arzneimittel einnehmen, die den Herzrhythmus beeinflussen können. Beispiele davon sind unter anderem Antiarrhythmika der Klassen IA und III, Antipsychotika (zum Beispiel Phenothiazin-Derivate, Pimozid, Haloperidol), trizyklische Antidepressiva, bestimmte Antibiotika (zum Beispiel Sparfloxacin, Moxifloxacin, Erythromycin IV, Pentamidin, Arzneimittel gegen Malaria, worunter vor allem Halofantrin) und bestimmte Antihistaminika (Astemizol, Mizolastin). Wenn Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
- Arzneimittel, die die Blutwerte von Kalium oder Magnesium senken. Diese Kombination erhöht das Risiko auf lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen.
Anwendung von Cipramil zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
Sie können Cipramil mit oder ohne Nahrung anwenden.
Cipramil verstärkt die Wirkungen von Alkohol nicht. Dennoch wird davon abgeraten, während einer Behandlung mit Cipramil Alkohol zu trinken.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft
Sie dürfen Cipramil nicht anwenden, wenn Sie schwanger sind, es sei denn, Ihr Arzt hält dies für unerlässlich.
Wenn Sie Cipramil während der letzten drei Monate der Schwangerschaft und bis zur Entbindung angewendet haben, können beim Neugeborenen folgende Symptome beobachtet werden: Schwierigkeiten beim Atmen, Blaufärbung der Haut, Konvulsionen, Veränderungen der Körpertemperatur, Schwierigkeiten bei Nahrungszufuhr, Erbrechen, zu niedriger Blutzuckerspiegel, steife oder schlaffe Muskeln, intensive Reflexe, Zittern, Reizbarkeit, Schlafsucht, konstantes Weinen, Schläfrigkeit und Schwierigkeiten beim Schlafen. Wenn Ihr Kind eines der genannten Symptome aufweist, müssen Sie sofort Ihren Arzt informieren.
Sagen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, dass Sie Cipramil anwenden. Wenn Arzneimittel wie Cipramil während der Schwangerschaft, vor allem während der letzten 3 Monate angewendet werden, können sie das Risiko auf eine schwere Komplikation beim Neugeborenen erhöhen, die man persistierende pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen nennt. Das Baby beginnt schneller zu atmen und kann blau werden. Die Symptome treten meist innerhalb 24 Stunden nach der Geburt auf. Sollte dies bei Ihrem Baby der Fall sein, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.
Wenn Sie Cipramil gegen Ende Ihrer Schwangerschaft einnehmen, kann das Risiko für schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt erhöht sein, insbesondere wenn Sie in der Vorgeschichte Blutungsstörungen aufweisen. Ihr Arzt oder Ihre Hebamme sollte darüber informiert werden, dass Sie Cipramil einnehmen, damit sie Sie entsprechend beraten können.
Stillzeit
Es wird davon abgeraten, während einer Behandlung mit Cipramil zu stillen.
Fortpflanzungsfähigkeit
Im Tierversuch mit Citalopram wurde nachgewiesen, dass die Qualität des Spermas gesunken ist. Theoretisch kann dies die Zeugungsfähigkeit einschränken, ein Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit beim Menschen wurde bisher jedoch noch nicht beobachtet.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Im Allgemeinen verursacht Cipramil keine Benommenheit. Sollten Sie sich aber zu Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwindlig oder schläfrig fühlen, dürfen Sie keine Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen, bis diese Symptome verschwinden.
Cipramil enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.
3. WIE IST CIPRAMIL ANZUWENDEN?
Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Ihr Arzt wird Ihre Dosierung bestimmen. Die Dosierung ist von Person zu Person stark unterschiedlich.
Die empfohlene Dosis beträgt:
Erwachsene
Die 1-ml-Flasche mit einer Lösung von 40 Milligramm pro Milliliter wird immer in 250 ml einer sterilen physiologischen Salzlösung oder in einer sterilen 5%igen Glukoselösung verdünnt. Diese verdünnte Lösung wird in Form einer Infusion in eine Vene verabreicht. Die übliche Dosis beträgt 20 mg Citalopram pro Stunde.
Ältere Patienten (über 65 Jahre)
Die empfohlene Anfangsdosis ist die Hälfte der normalen Tagesdosis. Älteren Patienten darf nicht mehr als 20 mg täglich verabreicht werden.
Patienten mit einem besonderen Risiko
Patienten mit Leberfunktionsstörungen dürfen nicht mehr als 20 mg täglich erhalten.
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Cipramil darf Kindern oder Jugendlichen bis 18 Jahre nicht verabreicht werden. Nähere Informationen finden Sie im Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“.
Wie und wann ist Cipramil anzuwenden?
Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist ausschließlich dazu bestimmt, nach Verdünnung in eine Vene injiziert zu werden. Diese Behandlung wird meist im Krankenhaus angewendet. Die intravenöse Infusionslösung wird immer verdünnt, und zwar ausschließlich in einer sterilen 0,9%igen Salzlösung oder einer sterilen 5%igen Glukoselösung.
Dauer der Behandlung
Die übliche Dauer beträgt 10 bis 14 Tage. Danach wird auf Tabletten umgestellt.
Wenn Sie eine größere Menge von Cipramil angewendet haben, als Sie sollten
Da dieses Arzneimittel durch Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal verabreicht wird, ist es wenig wahrscheinlich, dass Ihnen eine Überdosis verabreicht wird.
Wenn Sie eine größere Menge vonCipramil haben angewendet, kontaktieren Sie
sofort Ihren Arzt, Ihren Apotheker oder das Antigiftzentrum (070/245.245) oder die nächsten Notaufnahme auf. Tun Sie das auch, wenn es keine Anzeichen von Beschwerden gibt. Wenn Sie zu einem Arzt oder ins Krankenhaus gehen, nehmen Sie die Packung Cipramil mit.
Manche Symptome einer Überdosis können lebensbedrohlich sein.
Folgende Symptome können im Fall einer Überdosierung auftreten: Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Agitiertheit, Zittern, Benommenheit, Schwindel, Krampfanfälle, Koma, Serotoninsyndrom (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“), erniedrigter oder erhöhter Blutdruck, schnellerer oder langsamerer Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, schnellere Atmung (Hyperventilation), erweiterte Pupillen, Blaufärbung der Haut.
Wenn Sie die Anwendung von Cipramil vergessen haben
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man vergessen würde, Ihnen Cipramil zu verabreichen. Wenn Sie aber dennoch denken, dass eine Dosis vergessen wurde, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.
Wenn Sie die Anwendung von Cipramil abbrechen
Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorab mit Ihrem Arzt zu sprechen. Die übliche Dauer der Behandlung mit Cipramil Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung beträgt 10 bis 14 Tage. Normalerweise werden Sie die Behandlung mit Cipramil Tabletten oder einer ähnlichen Behandlung fortsetzen. Es kann einige Zeit dauern, bis Sie eine Wirkung der Behandlung fühlen. Das ist normal. Setzen Sie die Behandlung fort, wie Ihr Arzt dies verordnet.
Das plötzliche Absetzen dieser Art von Arzneimitteln kann sogenannte „Entzugserscheinungen“ verursachen. Diese sind durchwegs leicht und von vorübergehender Art.
Schwindel, ein Gefühl von Nadelstichen, Zittern, Schlafstörungen (Albträume, Schlaflosigkeit und intensive Träume), Erregtheit oder Angst, Übelkeit und/oder Erbrechen, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, emotionale Empfindlichkeit, Reizbarkeit und Sehstörungen. Daher wird am Ende der Behandlung statt eines plötzlichen Absetzens ein schrittweiser Abbau über einige Wochen empfohlen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie die Behandlung beenden möchten.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.
4. WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Einige Patienten haben über folgende schwere Nebenwirkungen berichtet:
Achtung! Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen feststellen, müssen Sie die Behandlung beenden und sich sofort an Ihren Arzt wenden:
- Hohes Fieber, Erregtheit, Verwirrtheit, Zittern und plötzliche Muskelkontraktionen; dies können Anzeichen einer seltenen Erkrankung sein, sog. Serotoninsyndrom. Diese Erkrankung wurde bei Anwendung von verschiedenen Antidepressiva gemeldet.
- Wenn Sie eine Schwellung von Haut, Zunge, Lippen oder Gesicht feststellen oder wenn Sie Atem- oder Schluckbeschwerden haben (allergische Reaktion).
- Unübliche Blutungen, darunter Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
Seltene, aber schwere Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen):
Achtung! Wenn Sie eines der folgenden Symptome feststellen, müssen Sie die Behandlung beenden und sich sofort an Ihren Arzt wenden:
- Hyponatriämie: niedriger Natriumspiegel in Ihrem Blut, was zu Müdigkeit, Verwirrtheit und Muskelkontraktionen führen kann.
- Ein schneller, unregelmäßiger Herzschlag, Ohnmacht. Dies können Symptome einer lebensbedrohlichen Komplikation sein, sog. „Torsade de Pointes“.
Im Allgemeinen sind die Nebenwirkungen jedoch mittelschwer und verschwinden meist nach einigen Tagen Behandlung. Sie sollten sich dessen bewusst sein, dass manche Wirkungen auch Symptome Ihrer Erkrankung sein können und daher schwächer werden, sobald Sie beginnen, sich besser zu fühlen.
Handelt es sich um hinderliche Nebenwirkungen oder dauern sie länger als zwei Wochen an, informieren Sie Ihren Arzt.
Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Mundtrockenheit. Ein trockener Mund erhöht das Risiko auf Karies. Daher müssen Sie sich öfter die Zähne putzen.
- Schlaflosigkeit
- Schläfrigkeit
- Brechreiz (Übelkeit)
- Vermehrtes Schwitzen
- Kopfschmerzen
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
- Erregtheit
- Appetitmangel, Gewichtsabnahme
- Gähnen, Müdigkeit
- Durchfall, Verstopfung
- Erbrechen
- Schwindel
- Prickeln oder Gefühllosigkeit in Händen oder Füßen
- Juckreiz
- Eingeschränkter Geschlechtstrieb (Libido)
- Angst
- Nervosität
- Verwirrtheit, anormale Träume, Aufmerksamkeitsstörungen
- Zittern
- Fieber
- Hören eines repetitiven Geräusches
- Schmerzen an Gelenken und/oder Muskeln
- Beim Mann: Impotenz, Probleme mit dem Samenerguss
- Bei der Frau: Probleme, einen Orgasmus zu erleben
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
- Gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme
- Aggression
- Persönlichkeitsstörung
- Wahnvorstellungen
- Manie
- Ohnmacht
- Erweiterung der Pupillen
- Schnellerer oder langsamerer Herzschlag
- Haarausfall
- Hautausschlag
- Nesselsucht, Lichtempfindlichkeit
- Dunklere Flecken unter der Haut (Anfälligkeit für Blutergüsse)
- Unerwarteter Blutverlust bei der Frau
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Harnverhalt)
- Schwellung von Armen oder Beinen
- Harnverhalt, vermindertes Wasserlassen
Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)
- Konvulsionen
- Unkontrollierte Bewegungen
- Geschmacksverzerrung
- Blutung
- Gelbsucht (Hepatitis)
- Zu wenig Natrium im Blut
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Überempfindlichkeitsreaktionen (u. a. Hautausschlag)
- Anormale Muskelbewegungen oder ‑steifheit
- Senkung der Anzahl von Blutplättchen mit erhöhtem Risiko auf Blutungen und Blutergüsse
- Nasenbluten, Magen-Darm-Blutungen
- Schwere allergische Reaktion mit Atembeschwerden und Schwindel
- Erhöhte Harnmenge (unangemessene ADH - Sekretion)
- Hypokaliämie: zu wenig Kalium im Blut, was zu Muskelschwäche führen kann
- Muskelkontraktionen
- Akathisie: unwillkürliche Bewegungen
- Kleine Blutungen unter der Haut und Blutungen der Schleimhäute (Ekchymose)
- Schwere vaginale Blutungen kurz nach der Geburt (postpartale Hämorrhagie), siehe weitere Informationen unter „Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“ in Abschnitt 2
- Panikattacken
- Ruhelosigkeit
- Zähneknirschen
- Sehstörung
- Niedriger Blutdruck beim Aufstehen
- Plötzliche Schwellung von Haut oder Schleimhäuten
- Schmerzhafte Erektion
- Erhöhter Blutspiegel des Hormons Prolaktin
- Anormale Werte bei Leberfunktionstests
- Suizidgedanken oder suizidales Verhalten, siehe auch Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“
- Milchproduktion bei Männern und bei Frauen, die nicht stillen
- Unregelmäßige Menstruation
- Veränderungen des Herzrhythmus, gemessen in einem Elektrokardiogramm (Verlängerung der QT-Zeit)
- Ein erhöhtes Risiko auf Knochenbrüche wurde bei Patienten beobachtet, die diese Art von Arzneimitteln einnehmen.
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch anzeigen über:
Belgien:
Föderalagentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte
www.afmps.be
Abteilung Vigilanz:
Website: www.notifieruneffetindesirable.be
e-mail: adr@fagg-afmps.be
Luxemburg:
Centre Régional de Pharmacovigilance de Nancy oder Abteilung Pharmazie und Medikamente (Division de la pharmacie et des médicaments) der Gesundheitsbehörde in Luxemburg
Website : www.guichet.lu/pharmakovigilanz
Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
5. WIE IST CIPRAMIL AUFZUBEWAHREN?
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Sobald die verdünnte Infusionslösung zubereitet ist, muss sie innerhalb 6 Stunden verbraucht werden.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „EXP“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden (Monat/Jahr). Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.
6. INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN
Was Cipramil enthält
Der Wirkstoff ist: Citalopram in Form von Hydrochlorid. Jeder ml enthält 40 mg Citalopram in Form von Hydrochlorid.
Die sonstigen Bestandteile sind: Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.
Wie Cipramil aussieht und Inhalt der Packung
Klare, nahezu farblose Lösung.
Cipramil ist in farblosen Glasampullen mit 1 ml erhältlich. Schachtel mit 10 Ampullen.
Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller
Pharmazeutischer Unternehmer
Lundbeck n.v. - Stephanie Square Centre – Louizalaan 65/11 – 1050 Brüssel
Hersteller
H.Lundbeck A/S, Ottiliavej 9, 2500 Valby, Dänemark.
Verkaufsabgrenzung
Verschreibungspflichtig.
Zulassungsnummer
BE : BE151164
LU : 1997114274
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 01/2025.
PREISE
| CNK-Code | Verpackung | Preis | Rezept benötigen | Selbstbeteiligung regelmäßige Zulage | Selbstbeteiligung erhöhte Zulage |
|---|---|---|---|---|---|
| 0497396 | CIPRAMIL AMP IV 10 X 40MG/ML | € 91,36 | Ja | - | - |